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Kategorie: Aktuelles

Ernährungsberatung


Mehr Gesundheit durch kostenlose Ernährungsberatung in den Bezirken

Ab September 2018 steht den Steirerinnen und Steirern in den steirischen Bezirken eine kostenlose, persönliche Ernährungsberatung zur Verfügung. Diätologinnen beantworten im Rahmen des Programms „GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN – daheim und unterwegs“ alle Fragen rund um das Thema gesunde Ernährung und bieten eine ernährungstherapeutische Beratung an.

Falsche Ernährung kann zu Beschwerden und sogar Krankheiten führen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft hingegen bei der Gesunderhaltung des Körpers. Obwohl diese Fakten hinreichend bekannt sind, essen viele Menschen zu oft ungesund und haben mit den negativen Auswirkungen zu kämpfen. Unterstützung bekommen Steirerinnen und Steirer ab September 2018 durch Diätologinnen, die in den steirischen Bezirken kostenlos für eine persönliche Ernährungsberatung zur

Verfügung stehen. Das Programm „GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN - daheim und unterwegs“ wurde vom Gesundheitsfonds Steiermark beauftragt und wird von der Fachhochschule JOANNEUM, Institut Diätologie, umgesetzt.

Der Ernährungsbericht 2017 wie auch der Gesundheitsbericht für die Steiermark haben gezeigt, dass unser Ernährungsverhalten verbesserungswürdig ist. So sind wir häufig übergewichtig und auch adipös:

Nur etwa 49,8 % der Steirerinnen und Steirer können als normalgewichtig bezeichnet werden, rund 2,1 % sind untergewichtig, 33,9 % sind übergewichtig und ca. 14,2 % adipös (fettleibig). Wir haben aber nicht nur mit unserem Gewicht zu kämpfen, wir essen auch häufig ungesund. Wir essen zu wenig Gemüse, Obst, Getreide sowie Milch und Milchprodukte, dafür aber zu fleischbetont. So essen Männer bis zu drei Mal so viel Fleisch und Fleischprodukte wie empfohlen, aber von den empfohlenen fünf Portionen Gemüse und Obst schaffen wir täglich nur in etwa zwei Portionen. Das Potential, das gesunde Ernährung mit sich bringt, wird so nicht ausgeschöpft bzw. hat diese ungesunde Ernährungsweise Konsequenzen; ernährungs-mitbedingte Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes sind für unser Gesundheitssystem eine Herausforderung. 

Für Gesundheitslandesrat Christopher Drexler leistet das neue Angebot der Ernährungsberatung in den Bezirken einen wichtigen Beitrag zu einem gesünderen Leben: „Mit der regionalen Ernährungsberatung werden Steirerinnen und Steirer dabei begleitet, sich vielseitiger und abwechslungsreicher zu ernähren.

Die individuellen Möglichkeiten und Ziele stehen bei der persönlichen Ernährungsberatung im Zentrum. Jenseits von unrealistischen Abnehmversprechen werden geprüfte und sichere Informationen über gesunde Ernährung  weitergegeben.“

Martina Steiner vom Gesundheitsfonds Steiermark, Fach- und Koordinationsstelle Ernährung: „Mit dem regionalen Ernährungsberatungsprogramm ergänzen wir optimal das bestehende Angebot zum Thema Ernährung und setzen ein Plus. Wichtig bei „GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN – daheim und unterwegs“ ist besonders, dass sich Personen in der Beratung intensiv mit ihrer eigenen Ernährung auseinandersetzen, deshalb wurde für dieses Projekt auch ein Sieben-Tage- Ernährungstagebuch entwickelt. Das Mitschreiben holt Menschen von der Ernährungsautobahn bzw. hilft es ihnen, von einem gewissen Automatismus wegzukommen. Sie werden abgebremst und setzen sich bewusster mit dem, was sie essen und trinken auseinander.“

Elisabeth Pail, Institutsleiterin Diätologie an der FH JOANNEUM: „Für die Betreuung der steirischen Bezirke haben wir 12 Diätologinnen ausgewählt, die die regionalen Ernährungsberatungen entsprechend den aktuellsten wissenschaftlichen Standards der Ernährungstherapie umsetzen werden. Die Expertinnen werden von unserem Projektteam unter der Leitung von Manuela Hatz im Rahmen eines Netzwerks koordiniert und in die laufende Weiterentwicklung des Programms involviert. Dazu nehmen dieDiätologinnen neben einer umfassenden Einschulung an regelmäßigen Netzwerktreffen teil und stehen in stetigem Austausch untereinander sowie mit dem Projektteam der FH JOANNEUM. Die Diätologinnen bieten sowohl prophylaktische als auch therapeutische Ernährungsberatungen an und stellen neben Ärztinnen und Ärzten die einzige Berufsgruppe dar, die gesetzlich dazu befugt ist, kranke Menschen ernährungstherapeutisch zu betreuen. Einzige Voraussetzung hierfür ist eine ärztliche Überweisung zur therapeutischen Ernährungsberatung.“

Ab wann startet das Programm – wie bekomme ich einen Beratungstermin?

Wer eine Ernährungsberatung möchte, kann ab sofort und direkt die für den Wohnbezirk zuständige Diätologin für eine Terminvereinbarung kontaktieren. Informationen und Kontaktdaten sind abrufbar unter www.fh-joanneum.at/ernaehrungsberatung Die persönliche Beratung beginnt ab 7. September 2018.

Brauche ich für das Programm einen Überweisungsschein?

Ja, kranke Personen brauchen eine ärztliche Überweisung für eine therapeutische Ernährungsberatung. Für eine vorbeugende Ernährungsberatung ist keine Überweisung nötig.

Wer sind die Zielgruppen des Programmes?

Grundsätzlich steht das Programm für alle Steirerinnen und Steirer zur Verfügung. Insbesondere sollen jedoch ältere Menschen und Menschen mit Übergewicht das Beratungsangebot annehmen.

Wo wird das Programm angeboten?

In jeder steirischen Region (außerhalb von Graz) wird es die Möglichkeit einer kostenlosen Ernährungsberatung an einem gut erreichbaren Ort geben. Primär werden die Beratungen bei den Bezirkshauptmannschaften angeboten, vereinzelt werden die persönlichen Ernährungsberatungen in Gemeinderäumlichkeiten durchgeführt. Zusätzlich wird die Ernährungsberatung auch in den neuen Gesundheitszentren stattfinden können.

Bestellung und Download unter: www.gemeinsam-geniessen.at.

Was beinhaltet das Programm konkret?

Im Zentrum des Programmes stehen die persönlichen Ernährungsberatungen durch

Diätologinnen. Klientinnen und Klienten erhalten dabei mindestens zwei, aber maximal fünf Termine pro Behandlungsjahr. Im Zuge der Ernährungsberatung wird ein Ernährungstagebuch geführt und besprochen. In Abhängigkeit von den persönlichen Zielen werden die Klientinnen und

Klienten bestmöglich begleitet. Sichere und geprüfte Ernährungsinformation wird zur Verfügung gestellt. Um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden bzw. aufgrund der Tatsache, dass z. B. ein gesunder Gewichtsverlust auch eine Änderung im Verhalten (psychische Komponente) sowie eine Änderung des Bewegungsverhaltens bedarf, übernehmen die Diätologinnen auch Lotsenfunktionen.

Abschließend unterstreicht Gesundheitslandesrat Drexler nochmals die Wichtigkeit dieses Projektes, denn „unser Ziel ist, dass die Steirerinnen und Steirer gesünder sind und länger leben als der Rest der Welt. Die Ernährung nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.“