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"Überflieger" und Ex-Karo As-Pilot Andy Müller ist 70 Jahre alt

Andy Müller flog diesen Airbus A 310 nach Verkauf durch die AUA mit Draken-Begleitung höchstpersönlich nach Paris

Flugexperte Andreas Müller feierte seinen Siebziger

Viele St. Stefaner wissen nicht, dass es in St. Stefan einen Gemeindebewohner mit hunderttausenden zurückgelegten  Flugkilometer gibt und welch eine Koryphäe er in dieser Branche in seiner aktiven Zeit war. 

Einer der Topexperten der Luftfahrt, der St. Stefaner Hauptmann der Miliz Andreas Müller, der vor wenigen Tagen sein 70. Lebensjahr vollendete, kann  auf eine enorme Flugerfahrung verweisen. Manchen St. Stefanern ist er auch dadurch bekannt, dass er vor über 30 Jahren mit der SAAB 105 Ö alleine oder in Formation knapp über das Schilcherland donnerte.  

Der geboren Vorarlberger aus dem Thüringer Berg blickt auf ein wahrlich erfülltes „Flugleben“ als Berufspilot zurück.

Seine Berufslaufbahn liest sich fast  wie ein „Märchen“, von dem viele Junge/Alte träumen: 

Nach seiner Ausmusterung zum Berufsoffizier 1972  und Fliegerausbildung in Zeltweg war er in Graz-Thalerhof eines der Mitglieder des legendären Kunstflugteams „Karos As“, das u. a. zweimal Vizeweltmeister bei den Militärkunstflugweltmeisterschaften in England wurde. 1983 trat er zur Austrian Airlines – im Rahmen des damals bestehenden Vertrages zwischen AUA und BH über- wo er acht Monate im Jahr  für  die AUA und vier Monate für das BH flog , war First Officer  mit der DC 9 und ab 1989 beim Airbus A 310  für Langstreckenflüge  nach New York, Tokyo, Peking, Moskau ( z. B. in der Perestroika-Zeit, wo die Russen sehr sensibilisiert agierten), von 1990 bis 1996 Fluglehrer und Captain  DH C8 , mit Typerating A310 MD 80 für Rheintalflug , ab 1993 Captain und Instruktor der MD Series,  ab 1996 Leiter der Basisschulung bei der AUA, 1998 Captain A 310 – er flog die letzte, verkaufte  A 310 bei der Überstellung nach Paris, die von ihm als  Überraschungsgeschenk für die Passagiere, die aus pensionierten Flugpiloten bestanden, von Drakenflugzeugen  begleitet wurde. Ab 2000 war er bei der A 330/A340 , auch als Instruktor und Mitglied der Prüfungskommission für Fluglehrer tätig. Von 2004 bis 2006 diente er der AUA als Flottenchef  A 330/A340 und wurde 2007  von der AUA wegen Verkaufs der 8 Airbusse pensioniert: Aber sein Berufsleben ging weiter: 2007 Flugbetriebsinspektor bei Austro Control, Instruktion und Supervision von Air Algerie Piloten , Schulung von Flugbetriebsinspektoren in Kiew und bis 2013, wo seine endgültige Pensionierung erfolgte, Typerating Instructor bei Lufthansa für A330/A340 in Frankfurt, Berlin und München . Seine Gesamtflugstunden belaufen sich auf rund 16.000, zusätzlich ca. 1.000 Simulatorstunden. Zusammenfassend für die Luftfahrt: „Der Mann weiß, wovon er spricht“

1980 verehelichter sich  mit der Zeltwegerin  Helga geb. Wetschnig, eine Tochter, die in Zwaring verheiratet ist wurde geboren- zwei Enkelkinder (ein „Pärchen) sind der Stolz der Familie und gewohnt wurde zunächst in Premstätten. Durch Zufall erfuhren sie seinerzeit vom Bauprojekt im Schilcherland und 1982    zogen sie an den „Sonnenhang“ nach St. Stefan/Stainz. Das Haus/Rundherum  spiegelt die Genauigkeit und Liebe zu Architektur, Garten und Natur wider. Seine Hobbys sind auch diese Liebe und zur Drechslerei. Allerdings darf der tägliche Spaziergang mit dem Hund niemals fehlen.  

Seine Stellungnahme/Analyse   zum vieldiskutierten Flugzeugabsturz  der Boeing 737 MAX 8 in Äthiopien.

Der  Absturz der Boeing 737 MAX 8 ist-  für ihn zusammengefasst - durch eine  Inkompatibilität zwischen dem Flugzeug und der von Boeing neuinstallierten Software entstanden.

„Die erste 737, die grundsätzlich ein gutes Flugzeug ist,  wurde 1967 produziert. Die Nachfolgemodelle wurden ohne Modifizierung aus- und weitergebaut, wobei die Technik alles bereits verändert hat, sodass Stabilität und Schwerpunkt darunter litten. Softwareausgleichende Elemente fehlen, ja es gibt sogar Probleme  mit dem Ausschalten des Automatismus. Softwareänderung und erneute Zertifizierung bzw. Abnahme sind das Mindeste, was geändert werden muss.“

Text und Bilder: Alois Rumpf