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Bauernmuseum lockt immer wieder an

 

Ein mögliches Ziel bei den Tagen der offenen Türe am 28. und 29. April

Das Bauernmuseum Gundersdorf – auch  „Adis Oldies“ genannt- bewahrt ein Stück Weststeirische Bauerngeschichte und gibt Einblick in die Welt der Landwirtschaft von 1850 in die 70er Jahre.

Was kann aus einem Kuhstall werden, wenn dort keine Kühe mehr gemolken werden? Sehr viel! Zum Beispiel ein Museum mit bäuerlichen Geräten, Handwerkszeug und alten Maschinen. Ein Ort der Sammlerleidenschaft, aus der Taufe gehoben von Adolf „Adi“ Strohmeier.

Das Bauernmuseum Gundersdorf entführt in jene Zeiten, in der es weder Strom noch Traktoren gab. Zeiten, in denen die Ochsen noch händisch über die Ackerscholle getrieben wurden. Als der Flachs direkt am Hof gedroschen, verarbeitet und zu grobem Linnen gewebt wurde.

Exponate, die heute so exotisch wirken, wie anno 1960 ein Fernsehgerät 101 Exponate – begonnen vom Hoazlbock, Presskörbe (Kanl), Pflüge, „Rauchkatz“, Dreschmaschinen, Troad-Mühlen, Futterschneidemaschinen, Gossenrüttler, Pferde- und Ochsen-Kummert, Zugsägen, Holzssägen, Schmalzkübel, „Drietl“, „Wog“,, Linsenkämme, Kloastangen, Boandreschl, Taufn-Hobln, bis zur Breinwurscht-Spritzn, Bettpfanne, Flegn, Hühnersteign, Sauwog, …. und Adi führt seinen ganzen Stolz -  das Dreschen mit einer Original-Dreschmaschine unter Antrieb eines Dieselmotors  vor.

Aus der Chronik (von  Konrad Moser) :

Der Hof wurde bis um 1900 zu Mitterzirknitz gerechnet. Er war bis 1848 der Herrschaft Stainz untertan. Der Familienname Aichhofer tritt in der Gegend schon im Mittelalter auf. In den Stainzer Stiftsannalen wird 1423 ein Hans Aichhofer genannt, der dem Kloster eine Wiese in Zirknitz verkauft. Der erste Pächter auf dem Anwesen vulgo Aichhofer mit dem Familiennamen Aichhofer ist im Jahr 1651 laut Stainzer Zinslisten nachweisbar. Der Vulgoname stammt aber vom Familiennamen. Im Jahr 1755 betrugen die jährlichen Abgaben an die Herrschaft Stainz 1 Gulden 2 Schilling 8 Pfennig, dazu 20 Eier und täglich eine Person zur Hand- und Fuhrrobot. Im Jahr 1835 sind 6 Joch Äcker, 7 Joch Wiesen und 17 Joch Wald – also 30 Joch Nutzfläche – angegeben. Als Sammlung für Pfarrer und Lehrer in St. Stefan mussten je 6 Garben Korn und Weizen, dem Lehrer aber noch 4 Eier dazu gegeben werden.

Wie kommt man da hin?

Ab Gundersdorf: Von der Südautobahn kommend, in Gundersdorf vor dem Gasthof Scheiber-michl links, dem Weg folgen bis Assing, nach Waldstück rechts abbiegen, in ca. 500 m Bauernhofmuseum

Ab St. Stefan/Buschenschank Krainer: Hier gehts gemütlich zu Fuß in 15 Minuten zum Bauernmuseum: an der Kreuzung rechts hinunter durch den Wald Richtung Zirknitz, Weg folgen, nach ca. 1 km Abzweigung links nach Gundersdorf, nach ca. 300 m Bauernmuseum auf Anhöhe, Rückweg/Rundweg über Wanderweg

Gundersdorfer Bauernmuseum, Gundersdorf 64, 8511 St. Stefan/Stainz, Tel. 03463 81450

Öffnungszeiten: zu jeder vernünftigen Tageszeit, Eintritt: frei bzw. freiwilliger Obolus

Führungen: durch „Kurator“ Adi Strohmeier auf Anfrage.

An den Tagen der offenen Türe – 28. und 29. April stehen die Türen des Bauernmuseums Gundersdorf wieder ganz weit offen und es ist ein Erlebnis bei Adis Führungen dabei zu sein- und keine Angst, man verdurstet bei Adi nicht!

Text und Bilder: Alois Rumpf