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Pflanzung der ältesten Weinrebe der Welt im Kulturzentrum „STIEGLERHAUS“

Der Vorstandsvorsitzende  der gemeinnützigen Stiftung „Kulturhaus Stieglerhaus“ in St. Stefan/Stainz,   Schauspieler Prof Mag. August Schmölzer,  wurde bereits vor der offiziellen Eröffnung mit einer   großen Auszeichnung überrascht. Als Zeichen der Wertschätzung in Sachen  Kultur konnte der  slowenische Botschafter in Österreich  Dr. Andrej Rahten , im Beisein von Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Österreichs Botschafter in Washington Wolfgang A. Waldner, dem Protokollchef des Landes Stmk Michael Tiefengruber,  St. Stefans Bgm Stephan Oswald mit AltBgm ÖkRat Franz Ninaus , der Assistentin vom Stieglerhaus Mag. Katharina Zotter, dem Winzer Markus Klug etc.,   den Weinstock  der Stara Trta- der ältesten Weinrebe der Welt-  als Zeichen der kulturellen Verbundenheit an die Stieglerhaus-Gemeinnützige Privatstiftung übergeben und einpflanzen. Die Stara Trta (slow. Alter Weinstock) ist mit über 400 Jahren angeblich der älteste, alljährlich austreibende und Trauben tragende Weinstock der Welt und wächst in Marburg/Lent an der Drau. Er ist im Guiness Buch der Rekorde als ältester Weinstock der Welt als „Edelreis“ eingetragen.

Neben ältesten bildnerischen Darstellungen des alten Stadtkerns wird das ehrwürdige Alter der Alten Rebe in Maribor vor allem mittels eines Zuwachsbohrers und dem Zählen der Jahresringe des Bohrkerns ermittelt. Die fachliche Messung wurde auf Anregung der Naturschützer Mirko Šoštari? und Prof. Lojze Hr?ek im Jahr 1972 von Prof. Dr. Rihard Erker durchgeführt, einem Dendrologen der Forstabteilung der Biotechnischen Fakultät in Ljubljana. Mit der Sondierungsmethode und mit Hilfe eines Mikroskops stellte er über die Jahresringe fest, dass die Alte Rebe im Jahr 1972 bereits mindestens 350 Jahre alt war, vielleicht auch schon 400. Da der Bohrkern in der Mitte im Umfang einiger Zentimeter vermodert war, konnte ein genaueres Alter nicht festgestellt werden. Die Glaubwürdigkeit des Alters der Alten Rebe haben neben genauen Messungen slowenischer Sachverständiger auch Önologen in Paris bestätigt.

Erzherzog Johann hat neben seinen vielen Neigungen zu Neuem auch seine Beziehung zum Weinbau gepflegt. Der damalige Weinbau in der Steiermark war in Johanns Augen zurückgeblieben, in den Weinbergen gab es viele Sorten mit nur geringer Ertragsfähigkeit, ihre Versorgung und Kelterei waren unfachmännisch. Da der Erzherzog die Weinbauverhältnisse am Rhein sehr gut kannte und um die Qualität der dortigen Weine wusste, entschied er sich, die dortigen Sorten in die steirische Gegend zu bringen. Als Zentrum, in welchem er die Weine aus der Rheinlandschaft versuchsweise einführen wollte, wählte er die günstigen Klimaverhältnisse der Gegend Pekre und Limbuš, wo er im Jahre 1822 ein Gut kaufte, das heute unter dem Namen Meranovo bekannt ist. Im Jahre 1823 begann man dort mit der Anpflanzung neuer Rebsorten, seine neuen Weinberge waren anders als die bis dahin bekannten; die Reben waren nämlich zum ersten Mal in Reihen und streng nach Sorten gepflanzt. Bereits bei der ersten Lese im Jahre 1826, an der sich Erzherzog Johann persönlich beteiligte, zeigte sich ein enormer Erfolg. Auf dem Gut Meranovo hat er sich in der Folgezeit sehr häufig aufgehalten. Die Weinberge erlangten ein solches Ansehen und einen Bekanntheitsgrad, dass auf dem Gut Meranovo im Jahre 1832 die erste Weinbauschule der Steiermark gegründet wurde, die Ausgangspunkt des modernen Weinbaus sowohl in der heutigen slowenischen als österreichischen Steiermark wurde. Später wurde der Schule noch der Fonds zur Auszeichnung tüchtiger und erfolgreicher Winzer angeschlossen. Im Jahre 1855 erhielt sein Wein vom Gut Meranovo auf der Weinmesse in Paris eine hohe Auszeichnung.

Als absolute Auszeichnung wurde in der  MG Stainz der Stara Trta vor Jahren erstmals in der Steiermark bereits ausgepflanzt und gedeiht prächtig. 

In St. Stefan  durfte zunächst eine Verkostung des „Gustl Weines“ – einem Sauvignon blanc, gezogen von Winzer Klug vlg. Pletterie- bezeichnender Weise „A.S.“ lautend-  und nach der  Pflanzung des „Alten Weinstockes“ ein Wein von der „Stara trta“ , nicht fehlen- und alles mundete perfekt.  

Am Samstag, 9. September um 15 Uhr wird das „Stiegler-Haus“ schließlich  feierlich- in Anwesenheit von LH Hermann Schützenhöfer -  eröffnet.

Text und Bilder: Alois Rumpf