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Das Stieglerhaus-Kunst, Kultur und Bildung ist eröffnet

 

Mitten in St. Stefan- im Herzen der Region Schilcherland

Ist es im Süden des Bezirkes  das „Greith-Haus“, so ist es im Norden ab sofort das „Stieglerhaus“, das sich prinzipiell derselben Thematik widmet und sicher viele Gäste anziehen wird.

Bereits am Freitag, 8. September konnte der Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Privatstiftung Prof. Mag. August Schmölzer mit seinen beiden Vorstandsmitgliedern Dr. Daniela Majer und DDr. Lukas Zeinler- die Mäzenin will sich ja dezent im Hintergrund halten -  in einem prall gefüllten Presseforum die Richtlinien des „Stieglerhauses“ vorstellen und in einem filmischen Rückblick das Zustandekommen dieses Projektes erläutern, das für Schmölzer vor allem Nachhaltigkeit in sich birgen soll .

Natürlich war bei den verschwesterten Vorbesitzerinnen Ingrid Stiegler  und Gerda Riediger  Wehmut dabei, das Heimathaus zu verkaufen und für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen, wobei man dazusagen muß "es lebt alles (auch im alten Sinne) weiter".

Schmölzer  stellte bereits eine Fülle von geplanten , hochgradigen Veranstaltungen, deren Vorstellung an dieser Stelle den Rahmen sprengen würden, vor, betonte aber sogleich, dass alle Vereine und Institutionen eingeladen sind, von diesem Haus Gebrauch zu machen, schränkte dies aber dahingehend ein, dass keinesfalls Parteivorstellungen oder religiöse Streitgespräche  in das Kulturhaus gelangen. Es soll kein „Veranstaltungstempel“ werden, sondern dafür stehen, dass „Menschen  auf Menschen treffen- und die Leute sollen miteinander reden “.     

Bgm Stephan Oswald begrüßte das Projekt- das der Gemeinde bis dato nur das Lärmgutachten kostete - gerade aus dem Aspekt des sanften Tourismus, der mit Kultur erfüllt werden würde und wird dieses Projekt nach den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde natürlich weitgehendst unterstützen..  

Dr. Gerhard Fischer und SR Herbert Blatnik- für die das Wort „Begegnung“ ein wichtiges Wort ist-  freuten sich, dass das bezirkshistorische Archiv mit der Forschungsstelle eine schöne Heimat bekomme.  

Maga Brigitte Platzer, die für die Zeitzeugenbefragung und bildliche Ausstellung verantwortlich zeigte und dafür mehr als ein Jahr die Umgebung und vor allem die Menschen besuchte, war von der Idee dieser Art der Geschichtsdarstellung begeistert und dankte vor allem allen Unterstützern. Sie wird in diesem Sinen aber weiter - so es ihr genehmigt wird- alles für eine Fortsetzung geben.    

Architekt Florian Schober war mit dem bisherigen Werk- das seiner Meinung noch nicht ganz beendet ist- sehr zufrieden, wie es hunderte Besucher am „Tag der offenen Türe“ und bei bestem Catering von „Pirkhofs“ ebenso waren.

Für den Verlag CM- Christoph Morre - stellte sich die Möglichkeit diese Zeit- Geschichten  in einem  „Almanach“ , der gegen eine Spende bei der Ausstellung zu bekommen ist, in übersichtlicher  und umfassender Form darzustellen .

Vermutlich war das spätere Stieglerhaus schon ab dem 12. Jahrhundert als „Kramer-Keusche“ eine Stätte verschiedenster Nutzung. Das Haus diente für die Landwirtschaft, als Greißlerei, Sämerhaus (ein Vorläufer des Großhandels), Wechselstelle für Pferde sowie als Mautstelle in die Obersteiermark und nach Kärnten. In der Zeit des ersten Türkeneinfalls um 1480 soll mit der Ortskirche auch ein Teil des ursprünglichen Hauses abgebrannt sein. Ziemlich sicher ist, dass beim zweiten Türkeneinfall in der Steiermark im Jahr 1532 St. Stefan geplündert wurde.

Um etwa 1600 wird Kaspar Fux vulgo Krakl als Besitzer genannt. Er bewirtschaftete neben anderen Hofstellen auch die „Kramer-Keusche“, da durch die Pest weite Teile der Region verödet waren.

Im 17. Jahrhundert gehörte die als Greißlerei betriebene Keusche zum Anwesen Gasthaus Fritz. Ab 1750 arbeitete darin der Schneider Simon Schmölzer, nachdem das Haus auch den Vulgo-Namen "Schmölzerschneider" erhielt.

Die Familie Binder baute die Keusche 1887 zu einem Wohnhaus aus und richtete in diesem ein erstes ordentliches Kaufhaus ein.

Im Jahr 1933 kaufte der spätere Namensgeber, der aus Marburg stammende Arzt Dr. Anton Stiegler, das Haus und richtet dort seine Praxis ein. Seine Tochter Ingrid übernahm das Anwesen um 1960 und führte darin bis zu ihrer Pensionierung und dem Verkauf des Stieglerhauses an die „Stieglerhaus – Gemeinnützige Privatstiftung“ 2015, ein Kaufhaus.

Die Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, aus diesem traditionsreichen Gebäude ein Zentrum für Kunst, Kultur und Bildung für St. Stefan ob Stainz und die gesamte Region Schilcherland zu schaffen und es als solches zu betreiben. Neben verschiedensten regionalen Veranstaltungen, die im Stieglerhaus eine Heimat finden sollen, ist es die Absicht, im Laufe der Zeit auf dieser Basis eine künstlerische und kulturelle Ausstrahlung in die gesamte Region zu bewirken.

„Aus der Gesellschaft für die Gesellschaft. Wir, die Betreiber des Stieglerhauses, wollen den Menschen der Region im Sinne der Aufklärung, Kulturwissen vermitteln, verschiedenste Angebote aus den Bereichen Kunst und Bildung nahebringen und so zur kulturellen Weiterentwicklung im Schilcherland beitragen.“

Auf mehr als 600 m2 im Innenbereich und 2500 m2 Gartenfläche, soll das geplante Programm unterschiedliche regionale Ausstellungen umfassen. Neben dem Sitz der regionalen Forschungsstelle Schilcherland und einem Zeitzeugenarchiv sollen Theateraufführungen im neuen Saal, als auch auf der Freilichtbühne im Garten stattfinden. Außerdem stehen Konzerte, Lesungen, Meisterkurse aller Art, Artists in Residence, Bildhauerei, Malerei, Performances, Tanzkurse, Kasperltheater, Musikabende, Weinverkostungen, Winterzauber sowie Regionen verbindende Projekte mit Kärnten und Slowenien am Programm.

Das Stieglerhaus bietet auch die Möglichkeit darin Feste aller Art wie zum Beispiel Hochzeiten, Taufen, Unternehmensfeiern, Geburtstage, Jubiläen abzuhalten.

„Grundsätzlich ergeht an alle Menschen der Region das Angebot, sich an Kunst, Kultur und Bildung aktiv zu beteiligen. Das Stieglerhaus will durch seine angestrebte Vielfalt einen Beitrag zur Belebung und Weiterentwicklung der gesamten weststeirischen Region leisten.

Die Stieglerhaus - Gemeinnützige Privatstiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke und ist nicht auf Gewinn gerichtet. Die Stiftung ist keine Sozialeinrichtung. Sämtliche Erlöse werden für gemeinnützige Zwecke verwendet.“

,,Wenn jeder Mensch nach seinem Vermögen etwas gemeinnützig zur Gesellschaft beitragen würde, dann hätten wir viel weniger Probleme", ist Schmölzer überzeugt. "Dann würden viele Menschen etwas  entspannter sein, dann würde es viel weniger Angst und Aggression geben. Wenn wir unsere Sinne nützen, hinhören, hinschauen wie es dem anderen geht."

Am Tag der Eröffnung ließen es sich viele  Gäste- unter ihnen  Pfarrer und Dechant KonsRat Friedrich Trstenjak sowie  LH Hermann Schützenhöfer zusammen mit Kultur-Landesrat Mag. Christopher Drexler- unter den Klängen des „Grazer Streich-Trios“ in Kombination des „Steirertrios“ der Musikschule St. Stefan -  nicht nehmen , persönlich zu gratulieren.

LR Drexler merkte u. a. an, dass in diesem Projekt viel Herzblut steckt und es zu einer wunderbaren Begegnungsstätte gediehen ist.

Für LH Schützenhöfer  ist Kultur  auch die  „Zeit des Miteinanders“, wobei die „Zeit unbestechlich sei“. Er dankte dem August Schmölzer , der „wenn er sich etwas in den Kopf setzt,  es auch durchzieht“ und bestätigte : „Das Stieglerhaus ist gelungen“

Der großen Mäzenin , die im Hintergrund bleiben will, konnte er bei dieser Gelegenheit das „Goldene Ehrenzeichen für Verdienste  um das Land Steiermark“  überreichen.

Namens der Gemeinde St. Stefan konnte sich VzBgm Viktor Konrad&Gemeinderat - Bgm Oswald wurde in einer Videobotschaft dazugeschaltet-  für das Engagement des "Stieglerhaus-Vorstandes" bedanken, das sich sicher auch im Bekanntheitsgrad von St. Stefan und in der touristischen Frequenz niederschlagen wird.

Die Ausstellung „Zeit-Geschichten“- Erzählungen und Bilder aus 70 Jahren Gemeindeleben wurde- in mühevoller Arbeit von Maga. Brigitte Platzer zusammengestellt und konnte in diesem Zuge eröffnet werden. Sie hat die Zeitgeschichte in eine  Zeitleiste, eine Hörstation der ersten Nachkriegsjahre, in thematische gestaltete Schautafeln: „Die Basis für ein modernes Leben schaffen“, Lebensräume und Lebensgestaltung werden vielfältig“ Zusammen-Leben gestalten“ und „Geruchskasten“ perfekt aufgesplittet und der Tenor der Besucher lautetet: „Man kann sich nicht sattsehen daran“.

Mit einem großen Eröffnungsfest - unter den Gästen auch BH HR Dr. Helmut Theobald Müller, Krimiautorin Claudia Rossbacher mit Künstler-Gatten Hannes, PIA Leibnitz Chef Hans Otter, Musikchef Heinz Tappler, Theaterobmann Harald Kurath, Bgm a. D. Gernot Becwar, Bgm a. D. Gerhard Eger, VSDir Jutta Nikodem-Eichenhardt, viele Unterstützer des Projektes-      wurde das „Stieglerhaus“ als echte Kommunikationsstätte mit dem Wunsch „Es möge sich immer etwas rühren“ an  die „Bevölkerung zur Benutzung freigegeben“. Das „Catering by Eckstein“ ergänzte den Festtag.

Ansprechperson „Stieglerhaus“  ist die Assistentin des Vorstandes: Mag. Katharina Zotter, M: office@stieglerhaus.atwww.stieglerhaus.at T: 0043 660 5223520

P.S. Es ist bereits ein „Freundeskreis Stieglerhaus“ im Entstehen!

Öffnungszeiten (bis auf weiteres):

Dienstag,  13-17 Uhr, Freitag 11-18 Uhr, Samstag, 11-17 Uhr, Sonntag, 10h30 bis 15 Uhr

Text und Bilder: Alois Rumpf