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Seniorenbund St. Stefan erkundete das Wald- und Mühlviertel

Eine überaus interessante und lehrreiche erstmalige Dreitagesfahrt unternahm der Seniorenbund St. Stefan/Stainz mit seinem Obmann Paul Schreiner, der sich diesmal genüsslich zurücklehnte, da die Reiseleitung ganz in den Händen von Veronika Scheiwein lag. Und man muss es vorwegnehmen: Das Duo Veronika Scheiwein und Buschauffeur Willi Pölzl , GF  von „Bus dich weg“ Pölzl-Bus, agierte unschlagbar und perfekt.

Nach einem Frühstücksimbiss in Mariazell hieß es einsteigen in die „Mariazeller Schmalspurbahn“ und man fuhr mit angezeigten 80 km/h bis zum „Herzen der Bahn“, der  Laubenbachmühle. Von dort ging es wieder mit Bus zu einer der schönsten und zweitgrößten Wallfahrtskirche Österreichs hoch über dem Donautal , nämlich der  Basilika „Zur schmerzhaften Muttergottes“ Maria Taferl.   Der Baumeister des Stiftes Melk, Jakob Prandtauer, entwarf im Jahre 1707 die Kirchenkuppel. Die Fresken im Inneren der Kirche stammen von dem italienischen Barockmaler Antonio Beduzzi, zwei Altarbilder sind Werke von Martin Johann Schmidt, des "Kremser Schmidt".   

Durch ein ausgezeichnetes Mittagsmahl im „Wiazhaus Kalkofen“ in Loibersdorf gestärkt, war einer der Höhepunkte des Tages der Besuch der Stammfirma „Sonnentor“ in Sprögnitz, die 1988 von dem jetzt 53-jährigen Johannes Gutmann gegründet wurde.  Er fiel damals mit seinen 23 Jahren vor allem durch seine rote Brille und roten Schuhe (die er jetzt nach wie vor trägt)    „außergewöhnlich“ auf, aber entwickelte sich als einer der ersten Bio- Pioniere mit großen Erfolgen mit seinen vielfältigen Produkten . Die Firma Sonnentor ist ein österreichisches Unternehmen, das auf die Herstellung und Vermarktung von Kräutern, Tees und Gewürzen aus biologischem Anbau spezialisiert ist. 320 Beschäftigte, Jahresumsatz 44,5 Mio, 80 %Exportanteil (vor allem Deutschland) Belieferung von 54 Ländern sprechen eine klare Sprache. Rohprodukte werden von Tansania, Sudan, Vietnam, China, Taiwan, bis nach Südamerika usw.  aber auch vieles von den umliegenden Bio-Bauern geliefert. Ein Beispiel für den Lauf der Zeit : Vor 10 Jahren kostete 1 kg Vanille, die aus Tansania kommt; noch 130 €- jetzt das Zehnfache! Interessant aber auch, der Besitzer hat seinerzeit die alte Apotheke in der Grazer Sporgasse käuflich erworben und am Firmensitz als Blickfang aufgestellt.

In der ältesten Braustadt Österreichs in Weitra wurde im „Brauhotel Weitra“  Quartier bezogen. In Weitra – die Statd wurde im 12. JHdt. gegründet- waren in  der Blütezeit 22 Brauereien dislosziert, jetzt gibt es nur mehr 2. Graf Friedrich v. Fürstenberg ist nach wie vor Besitzer des wunderschönen Schlosses.

Eines der high lights von Weitra ist aber auch das Textilmuseum, wo vor ca. 100 Jahren noch bis zu 500 Fabriksarbeiter- und Heimarbeiterinnen an den Webstühlen arbeiteten. Eines der Besonderheiten ist von außen das „Walmdach“ – einzigartig im deutschen Raum.

Auch ein Zwirnknopfmuseum gibt es in Weitra, wo mit großem Aufwand die herrlichsten Knöpfe „genäht“ werden, die bestens vor allem zu Trachten und Uniformen passen.

Am nächsten Tag konnte das Zisterzienzerstift Zwettl teilweise besichtigt werden. Teilweise deshalb, da der Kirchenraum vom „Käfer“ befallen ist und von einem Kammerjäger mittels chemischen Mitteln vernichtet wird. Aber der romanisch-gotische Kreuzgang und Kapitelsaal und vor allem die Bibliothek  entschädigte ein wenig den Entfall der Ordenskirchenbesichtigung.

Das NÖ. Naturschutzgebiet Blockheide-Eibenstein – ca. 104 ha groß- ist durch seine „Wackelsteine“ und den Aussichtsturm bekannt- beides wurde „erklommen“.

Das Färbermuseum war der nächste Besichtigungspunkt. Die seit 1982 stillgelegte Färberei  wird seither als Färbermuseum Gutau betrieben, wobei der „Blaudruck“ das markante Produkt ist, der vor allem mit Hilfe von Indigo zustandekommt. Imposant ist das Herzstück des Museum – die „Mangel“ die mit 12 t Granitsteinen befüllt ist und im Prinzip wie der ehemalige Pressbaum funktioniert und der die Stoffe „niederbügelt“. Aus diesem „Blaudruck“ kommen auch viel Redewendungen, wie „Blaues Wunder erleben“, „Blauer Montag“, „Grün und blau schlagen“ „in die Mangel nehmen“ etc.

Kefermarkt hieß das nächste Ziel. Der berühmte , spätgotische „Kefermarkter Flügelaltar“ der 13,50 m hoch und 8,30 m breit ist,  wurde von einem unbekannten Künstler geschaffen. Die Kirche wurde  1470 als Wallfahrtskirche zum Hl. Wolfgang errichtet. Die Hauptfiguren im Schrein sind v.l.n.r. der Hl. Petrus, der Hl. Wolfgang und der Hl. Christophorus.

Nach der zweiten Übernachtung im „Brauhotel Weitra“, das als Ausgangspunkt diente und wo man sich sehr wohlfühlte, hieß es Abschied nehmen von einer lieblichen, gepflegten Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und man wurde mit Pölzl-Bus – mit Zwischenstopps- sicher nach Haus gebracht. Während der Fahrt hatte Ingeborg Wölkart sich die Arbeit gemacht den Dreitagesausflug in Versform zusammenzufassen und konnte diesen mit großem Applaus zur Verlesung bringen.

Resümee des ersten Dreitagesausfluges des Seniorenbundes und erstmals mit „Bus dich weg“-Pölzl: „Eine gelungene  Ausfahrt mit einem überaus ansprechenden Programm, einer perfekten Organisation durch Veronika und Willi,  bester Kulinarik, geselligen und disziplinierten Reiseteilnehmern und schönem Wetter“

So muss man schließlich die vier Willi Pölzl „G“´s, die man bei einer Senioren-Reise nie vergessen sollte, unbedingt weitergeben: „Geld, Gepäck, Gatte/In und Gebiss“.

Text und Bilder: Alois Rumpf