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STREUOBSTWIESE -Projekt in St. Stefan/Stainz gestartet
" Alle reden vom Klimaschutz – unsere Gemeinde leistet einen Beitrag dazu

Zwischen den Acker- und Weinanbauflächen, sind die sanften Hügeln mit Weiden und Wiesen, geteilt von Streuobstbäumen - charakteristisch und wesentlicher Bestandteil für das Schilcherland in der Weststeiermark (auch für den Tourismus).

Durch strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft droht sich unsere kleinteilige Kulturlandschaft zu verändern. Streuobstbäume wurden gerodet, stattdessen hat sich die Weinanbaufläche vergrößert. Felder und Äcker wurden größer, um leichter maschinell bearbeitbar zu sein. Die dazwischenliegenden Streuobstwiesen haben an Bedeutung verloren:

Allerdings ergeben der Verzicht auf Streuobstwiesen auch Probleme: Nach Rodungen entfällt besonders an Hanglagen der Schutz des Bodens vor Wasser und Winderosionen- Hangrutschungen und oberflächige Auswaschungen sind die Folge.

Durch den Wegfall von Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt, geht der Artenreichtum von Kräutern und Gräsern verloren, Bienen und viele Vogelarten sind vom Aussterben bedroht.

Dem will die Gemeinde St. Stefan mit dem EU-Leader-Pilotprojekt im Schilcherland „Streuobstinitiative“ entgegenwirken. Gesamtkosten 102.000.-- € - das Projekt wird mit 60 % von der EU-gefördert, wie es auch die anwesende EU Regionalmanagerin Elisabeth Fuka bestätigte.

Bgm Stephan Oswald: „ Mit Hilfe unserer Bevölkerung können wir die Lebensqualität und die vielfältige Landschaft unserer Gemeinde erhalten. Von der Blüte im Frühling bis zum Verfärben der Blätter im Herbst sorgen Apfelbäume für reizvolle Abwechslung in unserer Kulturlandschaft. Den Artenreichtum unserer Tier- und Pflanzenwelt gilt es zu bewahren. In einer Streuobstwiese leben unzählige Insekten und Kleinlebewesen, es gedeihen vielfältige Kräuter und Gräser, die Nahrungsquelle für Vögel und besonders für die gefährdeten Bienen sind. Ich freue mich, dass die Schulen und Kindergärten Interesse an einem Schulobstgarten haben. Damit haben unsere jungen Menschen Gelegenheit, vom Pflanzen bis zur Ernte der Äpfel dabei zu sein. Sie lernen durch die Verarbeitung regionaler Rohstoffe zu gesunden, hochwertigen Produkten, lange Transportwege zu vermeiden und sich gesund zu ernähren.

Ja und die Gemeindebewohner von St. Stefan nahmen dieses Angebot erfreut auf und  stürmten erfreulicherweise am Samstag auf den Ortsplatz, um „ihren“ Baum abzuholen. Sie hatten allerdings auch die Qual der Wahl, denn es standen 12 verschiedene Streuobstbaumsorten zur Verfügung, die von „Gartenwelten Grinschgl“ aus Frauental – die auch mit Rat und Tat zur Stelle waren- zur Verfügung gestellt wurden.

Interessant : Am öftesten wurde die Sorte Cox Orange, Topaz, Boskoop und Kronprinz Rudolf verlangt. Und überaus positiv wurde festgestellt, dass gleich 900 (!) Bäume am ersten Tag abgeholt wurden!

Die Landjugend lud zur Gratis-Apfelsaftverkostung und nutzte die Zeit ihre Erntekrone fertigzubinden.

Für all jene, die am 19. Oktober keine Gelegenheit haben ihren Obstbaum abzuholen, besteht die Möglichkeit, den Baum noch  bis 25.Oktober  während der Öffnungszeiten des  Gemeindeamtes persönlich abzuholen oder eine Vertretung zu schicken.

„Umgesetzt wird dieses Vorhaben als 3-jähriges LEADER-Projekt, das durch Mittel der europäischen Union und des Landes Steiermark unterstützt wird. Das LEADER-Programm wird über das Regionalressort des Landes Steiermark abgewickelt.“

Text und Bilder: Alois Rumpf