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„Suchtprävention- Wieviel ist zuviel“

Alkohol, Drogen, Spielsucht etc. standen als Themen im Mittelpunkt FH Prof. HR Mag, Dr. Klaus Posch und Monika Meier, MSc, Sie wurden vom „Hausherrn“ Porf. Mag. August Schmölzer herzlich willkommen geheißen.

„Heilung durch eine liebevolle Beziehung“ Ziele und Vorgangsweisen der Behandlung wurden an diesem Abend im Stieglerhaus  individuell auf jeweils betroffene Personen bezogen und  auf der Grundlage von Forschung und Berufserfahrung festgelegt. Es  referierten zwei Experten aus der Sozialarbeit und gingen auf die Fragen der BesucherInnen ein, sodass überaus angeregte Diskussionen entstanden.  

Der Rektor der MedUni Graz Dr. Posch legte die Begriffe „Genuss-Rausch-Sucht“, die nicht abzugrenzen sind, dar, wobei die Fragen „Was ist Prävention“ „Was ist Sucht?“ definiert wurden. In den drei Stufen , die universelle Prävention – hier ist die gesamte Gesellschaft angesprochen, die selektive Prävention – hier ist die Risikogruppe angesprochen und die infizierte Prävention, hier sind bereits  von der Sucht Betroffene Ansprechpartner, erläuterte er Grundlagen dazu. Diese sind Geben/Nehmen als Basis des Vertrauens und führt im Betreuungsprozess“ Von der Liebe zur Droge“. Seiner Meinung nach führen  eine Beziehungsstörung- eine intrapsychische Entwicklungsstörung oder eine interpersonelle familiäre Störung- zur Sucht, wobei Schuldzuweisungen hintanzuhalten sind.

„Nicht der Rausch ist das letzte Ziel der Sucht , sondern der „Kater“- als Symptom von Genussunfähigkeit und Selbstzerstörung“, seine klaren Worte. Erst die Abstinenz von der Droge schafft die Basis für die Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehung und gerade die Sozialarbeit dient u. a. der Sicherung der Lebensgrundlagen und bildet eine helfende Beziehung.

Monika Meier versuchte zunächst anhand einer „Suchtspirale“ den Weg zur Sucht zu verdeutlichen-ausgehend vom Alltagsgenuss mit seinem Stress, der Anspannung und den Konflikten. Dem Missbrauch und der Selbstgefährdung mit der Dauerstrategie der  Verwundbarkeit bis   zur Gewohnheit und schließlich zur Sucht. Die Auswirkungen sind im Sozialbereich in Beziehungsproblemen, Konflikten bis zu Schulden, im psychischen Bereich in  Hilflosigkeiten,  Depression, Scham und Angst und im körperlichen Bereich im  „Kater“, in Entzugserscheinung und „Craving“ zu finden. “Rausch ist auch ein Mittel, um gewisse Probleme vorübergehend zu vergessen“. Österreich ist in Bezug auf Alkoholkonsum weltweit ganz vorne zu finden. „Und traurig ist es, dass manche Menschen nur entspannt sind, wenn sie etwas Alkoholisches trinken“.   Ihr Tipp: „Mindestens 2 x wöchentlich keinen Alkohol“.

„Es gibt keine gesunde Menge Alkohol. Je weniger Alkohol Sie trinken, umso geringer ist Ihr Erkrankungsrisiko. Und trinken Sie nicht gegen Stress, Langeweile oder Einschlafprobleme“, so u. a. die Ratschläge.

Wenig bis gar keine Präventionsmöglichkeiten gibt es derzeit in der Sucht der Benützung von modernen Medien- der „Mediensucht“ oder bei den Spielautomaten. Derzeit  ist die dbzgl. Bewusstseinsbildung äußerst gering und die “gesellschaftliche Macht“ einfach omnipräsent. Fakt ist es, dass die Kinder nichts anderes machen, als es viele Eltern es ohnedies vorexerzieren, „also ist dies nichts Schlechtes“. Vielfach ist das Handy ein „Vertrauensgegenstand“, denn „auf das Handy kann ich mich immer verlassen, es ist immer für mich da“. Hier gilt die Faustregel der Experten : „Mindestens acht Stunden am Tag ohne Handy“.

Ein von Kaufhaus Rossmann bereitgestelltes  Buffet ließ Experten und Zuhörer noch einige Zeit in gemütlicher Runde über diese prekäre Thema diskutieren.

Text und Bilder: Alois Rumpf